Gelenkschmerzen

Nach Kopf- und Rückenschmerzen sind Gelenkschmerzen die dritthäufigste Schmerzerkrankung. Das Gemeine an dieser Art von Schmerzen ist, dass der Betroffene dadurch in seiner Beweglichkeit oftmals stark eingeschränkt ist. Geht es um eine vorübergehende Erkrankung des Knies oder Sprunggelenks, ist das meist auf eine kurzzeitige Überbeanspruchung zurückzuführen. Der Tennisarm, eine schmerzhafte Gelenkentzündung am Ellenbogen, ist nach einer effektiven Therapie bald wieder ausgeheilt. Werden die Gelenkschmerzen jedoch chronisch, ist eine Behandlung weitaus schwieriger.

Verschiedene Arten von Gelenkschmerzen und deren Auftreten

Gelenkschmerzen können sowohl an verschiedenen als auch an mehreren Gelenken, beispielsweise an beiden Sprunggelenken oder aber an Knie und Hüfte, gleichzeitig auftreten. Begleiterscheinungen wie Schwellungen oder Erwärmung sind ebenso möglich wie ständige Schmerzen oder solche, die nur bei einer bestimmten Bewegung auftreten.

In der Medizin wird nicht nur zwischen Gelenkschmerzen mit (Arthritis) und ohne entzündliche Veränderung (Arthralgie) unterschieden. Auch die Tatsache, wie viele Gelenke gleichzeitig von Schmerzen betroffen sind, macht für den Arzt einen entscheidenden Unterschied. Im schlimmsten Fall sind mehr als vier Gelenke von Schmerzen betroffen ( Polyarthritis). Gelenkschmerzen in zwei bis vier Gelenken werden als Oliogoarthritis, Schmerzen in nur einem Gelenk als Monoarthritis bezeichnet.

Gelenkschmerzen haben viele Gesichter. Sie können ganz plötzlich und ohne äußere Einflüsse auftreten. Die Ursachen: Fehlbelastung, Verschleiß oder Überanstrengung. Oftmals kündigen sich Schmerzen in den Gelenken auch durch Steifigkeit als sogenannter Anlaufschmerz an, da er meist in den Morgenstunden nach dem Aufstehen spürbar wird.

Gelenkschmerzen und ihre vielfältigen Ursachen

Arthrose ist die häufigste und bekannteste Ursache für Gelenkschmerzen. Gelenkveränderungen durch Abnutzung als auch durch Fehlstelllungen ziehen diese unangenehmen Schmerzen nach sich. Entzündliches Rheuma (rheumatoide Arthritis) oder Gicht sind ebenfalls Auslöser für Gelenkschmerzen.

Bei Sportlern werden Gelenkschmerzen häufig durch Stürze oder Verstauchungen hervorgerufen. Auch Bänderdehnungen oder Bänderisse sowie Verrenkungen können heftige Schmerzen in den Gelenken verursachen. Sogar Zeckenbisse können vereinzelt für Gelenkschmerzen verantwortlich sein.

Die richtige Diagnose bei Gelenkschmerzen

Bei Gelenkschmerzen ist es wichtig, dass der Arzt die richtige Diagnose stellt. Die intensive Mithilfe des Patienten ist gefordert. Je präziser er die Fragen des Arztes beantworten kann, um so genauer wird die gestellte Diagnose des Arztes ausfallen. Es muss geklärt werden, wo und wann die Gelenkschmerzen auftreten, ob die Schmerzen regelmäßig wiederkommen oder nur zur Beginn einer Bewegung akut sind. Auch Fragen nach einem vorausgegangenen Sportunfall oder Schmerzen infolge einer ungewohnten Belastung sind entscheidende Kriterien. Können Morgensteifigkeit, knirschende Geräusche oder Spannungsgefühle ausgeschlossen werden?

Danach wird das schmerzende Gelenk vom Arzt genau untersucht. Er tastet nach Schwellungen und Blutergüssen und prüft, ob das Gelenk druckempfindlich reagiert. Weitere Anhaltspunkte zur Art der Veränderung im Gelenk geben Röntgen- und Blutuntersuchung. Über letztere lässt sich feststellen, ob sich eine Entzündung im Körper befindet oder ob Rheumafaktoren im Blutbild zu finden sind. Der Harnsäurespiegel kann bei Gelenkschmerzen die Diagnose des Arztes zusätzlich unterstützen.

Therapie der Gelenkschmerzen verspricht Heilung und Mobilität

Ist die Diagnose gestellt, werden notwendige Therapiemaßnahmen ergriffen. Bei Gelenkschmerzen, die auf Sportverletzungen zurückzuführen sind, kommt als Therapiemaßnahme die bei vielen Menschen bereits bekannte PECH-Regel zur Anwendung: Pause – Eis – Compression (Bandage) und Hochlegen. Handelt es sich um eine Verrenkung, musst das Gelenk geschont und ruhig gelagert werden. Kühlung verschafft zusätzlich Linderung. Auch bei Gelenkschmerzen, die auf eine Überbelastung zurückzuführen sind – wie beispielsweise bei einer Muskel-, Sehnen- oder Gelenkreizung – ist Entlastung gepaar mit Ruhestellung die beste Therapieform. Anti-entzündliche Medikamente helfen bei Gicht und entzündlicher Arthritis. Sie verhindern bleibende Gelenkverformungen.

Ziel jeder Behandlung bei Gelenkschmerzen ist es, die Schmerzen zu lindern, wenn möglich ganz zu heilen und die Beweglichkeit des Patienten wieder herzustellen. Je früher Diagnose und Therapie erfolgen, umso größer sind die Chancen, wieder ganz gesund zu werden.